P R E S S E I N F O R M A T I O N
 


Vortrag George Steiner: Das Cordelia-Paradox

Kooperationsveranstaltung des Instituts für die Wissenschaften vom Menschen (IWM) und des Renner-Instituts


Donnerstag, 8. Mai 2003, 19.00 Uhr
Ort: Palais Schwarzenberg, Marmorsaal
Schwarzenbergplatz 9, 1030 Wien

George Steiner:
Die Renaissance und die Aufklärung versprachen dem europäischen Menschen ein Ende der Folter, der Bücherverbrennung, des politischen Massenmords. Eine rasch sich verbreitende Schulung, das Dargebot kultureller Werte und Anstalten würden die Menschheit humanisieren. Genau das Gegenteil hat sich verwirklicht. In Europa, in Russland wurde die Zeit von 1914 bis 1945 zur Mordgrube der Geschichte. Etwa hundert Millionen Menschen wurden im Krieg, in der Verschleppung, im Holocaust und im Gulag durch Hunger und sadistische Misshandlung getötet. Bücher wurden vernichtet, die Folter wurde alltäglich. Was verursachte dieses unermessliche Misslingen? Könnte es möglich sein, dass die Hochkultur, die humaniores, nicht humanisieren? Liegt ein fatales Paradox im Begriff "Kultur"? Was wäre eine wahrhaft humane Erziehung?

Der 1929 als Sohn österreichischer Eltern in Paris geborene Literaturwissenschafter und Essayist George Steiner lehrte an den Universitäten Princeton, Yale, New York, Genf und Oxford. Derzeit ist er Extraordinary Fellow des Churchill College in Cambridge. Viele seiner zahlreichen Bücher wurden in mehr als ein Dutzend Sprachen übersetzt.


In deutscher Übersetzung liegen u.a. vor:

Nach Babel.
Aspekte der Sprache und der Übersetzung (1981)
Tolstoj oder Dostojewskij (1990)
Von realer Gegenwart (1990)

In Blaubarts Burg:
Anmerkungen zur Neubestimmung der Kultur (1991)
Errata. Bilanz eines Lebens (1999)
Grammatik der Schöpfung (2001)

George Steiner schreibt regelmäßig Kritiken für den New Yorker, das Times Literary Supplement und The Guardian. Am 25. Mai 2003 wird ihm in Frankfurt/Main der Ludwig-Börne-Preis verliehen.

Weitere Information zur Veranstaltung auf der Website des IWM:
http://www.iwm.at/a-jpml.htm


U.A.w.g.
Institut für die Wissenschaften vom Menschen
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