P R E S S E I N F O R M A T I O N
 


Mi, 2. Oktober, 19 Uhr 30 - Ausstellungseröffnung und Lesung

Gibt es ein Leben ohne Arbeit?

Begrüßung SILVIA BARTL (Literaturhaus)
Einleitung RAINER NOLTENIUS (Kurator der Ausstellung, Leiter des
Fritz-Hüser-Instituts für deutsche und ausländische Arbeiterliteratur in Dortmund)
REINHARD P. GRUBER liest aus "Nie wieder Arbeit" (Residenz, 1989)
RAINER NOLTENIUS und REINHARD P. GRUBER diskutieren mit dem Publikum.

"Ihr habt die Welt begriffen als Arbeitswelt; es kommt darauf an, sie als Lebens-Welt einzurichten". Schivkov, eine Art moderner Prophet, verkündet seine Kritik an der modernen Arbeitsgesellschaft in pointierten, apodiktischen, teils paradoxen Formulierungen und ruft zur Umkehr, zum Nichtstun und zum Verzicht auf. Reinhard P. Gruber, geboren 1947 in Fohnsdorf (Steiermark), Studium der Theologie und Philosophie in Wien, seit 1978 freier Schriftsteller. Schon sein zweites Werk "Aus dem Leben Hödlmosers" (Residenz, 1973) brachte den Durchbruch.

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AUSSTELLUNG

Gibt es ein Leben ohne Arbeit?
Arbeitslosigkeit in Kunst und Medien - Mangel und Hoffnung

3. Oktober bis 26. November
Eröffnung Mi, 2. Oktober, 19 Uhr 30

In den fortgeschrittenen Industriegesellschaften Europa, Asiens und Amerikas läßt sich ein zunehmender Bruch in der Bevölkerung feststellen. Ein Teil lebt von Erwerbsarbeit, die durch Technisierung und wachsenden Leistungsdruck immer stärker verdichtet wird und sehnt sich nach einer "Entschleunigung" der Gesellschaft, mehr Freizeit und Muße, die ihm aber auch die allseits beworbene "Freizeitindustrie" oft nicht vermitteln
kann. Wer ganz oder teilweise aus dem Arbeitsprozeß herausfällt, fristet ein Leben am Existenzminimum mit Teilzeitjobs oder in Arbeitslosigkeit.
In Österreich gibt es heute die höchste Arbeitslosenrate seit 1945.
Auf der anderen Seite haben die positiven Effekte der Rationalisierung dazu geführt, daß in immer kürzerer Zeit immer mehr produziert werden kann. Dies führt zwar zur Profitmaximierung, nicht aber zu einer gerechteren Verteilung von Arbeit und Geld.

In der Kunst werden sowohl die rasanten Entwicklungen unserer
Gesellschaft reflektiert als auch durch provokante Ideen oder fiktive Szenarien Anstöße zu Diskussionen und Neuorientierung gegeben. In der Ausstellung finden sich Beiträge zur Selbstwertentstehung durch Arbeit aber auch zur Selbstwertzerstörung durch Arbeitslosigkeit und die Bildung neuer Identität in der Muße. Sie spannt dabei einen Bogen von 1890 bis heute.

Auch die KünstlerInnen selbst stehen nicht außerhalb des Arbeitsprozesses: Teils können sie ihre Kunst erst durch "reguläre" Arbeit finanzieren, teils zeigen sie aber auch durch alternative Lebensmodelle neue Richtungen vor. Oftmals entsteht Kunst gerade durch das "Herausfallen" aus der Erwebsgesellschaft. Das Begleitprogramm reicht von literarischen Beiträgen zum Thema bis zur Kunst von Arbeitslosen.

Die Ausstellung wurde vom Fritz-Hüser-Institut für deutsche und
ausländische Arbeiterliteratur in Dortmund anläßlich seines 25jährigen Bestehens gestaltet und ist erstmalig in Österreich zu sehen.

ÖFFNUNGSZEITEN DER AUSSTELLUNG
Mo, Mi 9 - 17, Di 9 - 19, Fr 9 - 15 Uhr (Eingang: Seidengasse 13)
und während den Abendveranstaltungen (Eingang: Zieglergasse 26A)

BEGLEITVERANSTALTUNGEN zur Ausstellung

Mi, 16. Oktober, 19 Uhr 30
Gibt es ein Leben ohne Arbeit? - Programm zur Ausstellung
Die Kunst der Ausgeschlossenen
Ein Abend in 3 Akten mit dem Augustin und der ARGE Randkunst
Moderation REINHARD PRENN

Di, 12. November, 19 Uhr 30
Gibt es ein Leben ohne Arbeit? - Lesung und Diskussion
Arbeitslosigkeit in der Literatur
Es lesen und diskutieren Franz Blaha, Hömal, Ernst Petz und Evelyne Polt-Heinzl
Moderation: Heimo Gruber

Do, 14. November, 19 Uhr 30
Gibt es ein Leben ohne Arbeit? - Lesung und Gespräch
Walter Kappacher "Ein Amateur"
Walter Kappacher liest aus seinem Roman "Ein Amateur" (Deuticke, 1993)
Einleitung und Moderation: PAUL JANDL (Neue Zürcher Zeitung)

Di, 26. November, 19 Uhr 30
Gibt es ein Leben ohne Arbeit? - Szenische Lesung
Volker Schmidt "Unter Wasser"
Volker Schmidt wurde mit seinem Theaterstück "Unter Wasser" aus mehr als 100 Einreichungen als Gewinner des diesjährigen Autorenwettbewerbs "Junges radikales Volksstück", veranstaltet vom Theater Phönix Linz und der AK Oberösterreich, ausgewählt.
Zum Probenstart lesen der Autor und die Schauspieler des Theater Phönix Szenen aus dem Stück.
Der Regisseur ZENO STANEK wird moderieren.

Weiterführende Links:

LITERATURHAUS WIEN

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